Der Erste Weltkrieg gilt als »Urkatastrophe Europas«. Als militärischer und zugleich ideologischer Kriegsschauplatz war das ehemalige »Reichssland Elsass-Lothringen« vom ersten Kriegstag an in besonderer Weise betroffen. Im Rahmen unserer historisch-literarischen Spurensuche erkunden wir Original-Schauplätze in beiden Grenzregionen, lernen deutsche wie französische Schicksale kennen und erfahren, wie sich Künstler und Schriftsteller mit diesen Jahren des Schreckens auseinandergesetzt haben. Feste Schuhe erforderlich!

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Do 23.04.- So 26.04.2020 (4-tägig)
Preis auf Anfrage (inkl. Bus, Hotel u. Frühstück)
Veranstalter: Hirschreisen Karlsruhe
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Programmübersicht:

Tag 1: Der erste Tag ist dem Niederelsass gewidmet. Unser erstes Ziel ist das Vogesenstädtchen Saverne, Schauplatz der so genannten „Zaberner Affäre„ von 1913/14, die am Vorabend des Großen Krieges die Atmosphäre im „Reichsland„ nachhaltig vergiftete. Neben den Hintergründen dieser Ereignisse werden beim Rundgang auch zwei überzeugte Europäer vorgestellt, die beide Saverne eng verbunden waren: René Schickele und Louise Weiss. Während des Krieges bemühten sie sich von der Schweiz bzw. von Paris aus um eine Verständigung zwischen den verfeindeten Mächten. Nach der Mittagspause besichtigen wir die ehemalige „Feste Kaiser Wilhelm„ in Mutzig. Sie galt als größtes und modernstes militärisches Bauwerk des Kaiserreiches, auch wenn sie im Krieg kaum eine Rolle spielen sollte. Anschl. Weiterfahrt in unser Hotel.

Tag 2: Heute fahren wir ins Oberelsass, wo wir eines der tragischsten Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs besichtigen: den Hartmannsweilerkopf. Bei einem Rundgang erkunden wir erhaltene Stellungen und Schützengräben. Außerdem sehen wir das 2017 eingeweihte Museum, das gemeinsam von deutschen und französischen Historikern konzipiert wurde. Nachmittags fahren wir in das während des Kriegs weitgehend zerstörte Münstertal und besuchen in Gunsbach das Albert-Schweitzer-Haus. Der berühmte Philosoph und „Urwalddoktor„ wuchs hier im alten Pfarrhaus auf und fand während seiner Kriegsgefangenschaft zum Kernsatz seiner Ethik: „Ehrfurcht vor dem Leben„.

Tag 3: Neben dem Ober- und Unterelsass gehörte auch das nordöstliche Lothringen zum deutschen „Reichsland„. Diesem Gebiet ist der heutige Tag gewidmet. Wir besichtigen zunächst den Ort Sarrebourg, wo 1914 eine erbitterte Schlacht tobte. Auch die beiden Lyriker Alfred Lichtenstein und Ernst Stadler erlebten sie mit und haben darüber geschrieben. In der Franziskanerkirche sehen wir, wie der Künstler Marc Chagall das Thema bearbeitet hat: Sein „Friedensfenster„ zählt zu seinen Hauptwerken und apelliert an Menschen aller Nationen und Religionen, stets den Weg des Friedens zu wählen. Im Anschluss daran sehen wir einen der zahlreichen Soldatenfriedhöfe der Gegend.

Tag 4: Der letzte Tag ist Straßburg gewidmet, einst Landeshauptstadt von Elsasss-Lothringen. Im Ortsteil Cronenbourg besichtigen wir zunächst den deutsch-französischen Soldatenfriedhof, der gemeinsam von den Gräberdiensten beider Seiten betreut wird. Beim Rundgang durch die Altstadt hören wir vom Alltag an der „Heimatfront„, sehen Schauplätze der Revolution von 1918 und erfahren, wie der Komponist Hans Pfitzner und der Schriftsteller Alfred Döblin die Ereignisse erlebt und künstlerisch verarbeitet haben. Mit einem Besuch im Historischen Museum der Stadt, wo es auch eine Abteilung zum Ersten Weltkrieg gibt, klingt die Reise aus.

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