Schlesien ist eine Region im Herzen Europas, deren Geschichte und Literatur von der kulturellen Vielfalt unseres Kontinents zeugt. Unsere Reise führt durch den nordwestlichen Teil der Region, von dem ein kleiner Teil zu Deutschland, ein größerer zu Polen gehört. Auf unserem spannenden Weg begegnen uns polnische und deutsche Barockautoren ebenso wie Vertreter der literarischen Moderne: Arnold Zweig und Alfred Kerr, Arno Schmidt und natürlich der ebenso berühmte wie umstrittene Literaturnobelpreisträger Gerhart Hauptmann.
 
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Do 04.05.-So 10.05.2020 (7 Tage): ab Karlsruhe
Preis im DZ: 985 Euro (inkl. Bus, Hotel u. Eintritte)
Veranstalter: Hirschreisen Karlsruhe
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Programmübersicht:

1. Tag: Anreise
Mannheim 6.00 Uhr – Karlsruhe 7.10 Uhr – Autobahn Heilbronn – Nürnberg. Auf der Anreise führt unser Reiseleiter in Geschichte und Literatur Schlesiens ein. Am Nachmittag erreichen wir die westschlesische Stadt Görlitz. Manche meinen, die schönste Stadt Deutschlands – Sie auch?

2. Tag: Die Doppelstadt Görlitz-Zgorzelec
Görlitz – ein erster Spaziergang durch die deutsch-polnische Doppelstadt an der Neiße zeigt: Die Altstadt ist beiderseits der Grenze gut erhalten und mustergültig restauriert: Rund 4000 Baudenkmäler aus sieben Jahrhunderten fügen sich zu einem „Bilderbuch der Baukunst“. Am Vormittag besuchen wir das auf der deutschen Seite angesiedelte Schlesische Museum, wo wir spannende Einblicke in tausend Jahre Kulturgeschichte erhalten. Nach der Mittagspause geht es auf der polnischen Seite weiter, wo sich das Geburtshaus von Jakob Böhme befindet. Eine Ausstellung erinnert an den Begründer der Theosophie.

3. Tag: In der Heimat von Rübezahl
Görlitz – heute führt unser Weg weiter nach Osten ins sagenumwobene Riesengebirge. Im idyllischen Hirschberger Tal mit seinen Schlössern und Herrenhäusern, auch „Schlesisches Elysium“ genannt, besuchen wir in Schreiberhau (Szklarska PorÄba) das Museum der Brüder Carl und Gerhart Hauptmann. Um die Jahrhundertwende versuchten sie hier gemeinsam mit ihren Frauen einen alternativen Lebensentwurf zu verwirklichen. Wir genießen das Panorama der rauen Gebirgskämme und hören Geschichten vom launischen Berggeist Rübezahl – niedergeschrieben von Carl Hauptmann. Weiter geht es nach Agnetendorf (JagniÄtków) in das Haus Wiesenstein, eine romantisch gelegene Villa, die Gerhart Hauptmann für sich und seine zweite Frau errichten ließ und wo er bis zu seinem Tod 1946 wirkte. Weiterfahrt mit Blick auf die majestätische Schneekoppe nach Breslau.

4. Tag: Literatur in der Hauptstadt
Breslau
 – Arnold Zweig bezeichnete Breslau als „Haupttor des Austausches zwischen der deutschen und der polnischen Welt„. Auch heute ist die niederschlesische Hauptstadt bemüht, ihre doppelte Geschichte sichtbar zu erhalten und wieder zu einer europäischen Kernstadt zu werden. Beim Rundgang durch die Altstadt sehen wir neben dem berühmten Ring (Rynek) mit seinem Rathaus sowie der Sand- und der Dominsel mit ihren vielen Kirchen, authentische Orte aus dem Leben von Dichtern und Denkern aus vier Jahrhunderten: Angelus Silesius und Hoffmann von Hoffmannswaldau, Gustav Freytag und Hoffmann von Fallersleben, Dietrich Bonhoeffer und Edith Stein. Am Nachmittag Freizeit, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden.

5. Tag: Über den Zobten nach Kreisau
Breslau – Fahrt nach Schweidnitz (Świdnica), der im Mittelalter zweitwichtigsten Stadt Schlesiens. Wir sehen den prächtigen Marktplatz und werfen einen Blick in die kurz nach dem 30-jährigen Krieg errichtete Friedenskirche. Sie gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist die größte von drei Gotteshäusern, deren Errichtung die Katholiken im damals österreichischen Schlesien ihren protestantischen Mitbürgern zubilligten. Im südlich gelegenen Kreisau (Krzyżowa) befand sich das Anwesen der Familie von Moltke. Der vorbildlich restaurierte Gutshof nebst Schloss beherbergt heute eine deutsch-polnische Jugendbegegnungstätte. Eine Ausstellung erinnert an die Geschichte des Kreisauer Kreises. Die geheimen Treffen dieser Widerstandsgruppe gegen den Nationalsozialismus fanden hier statt. Anschließend Rückfahrt nach Breslau.

6. Tag: Stadt der Keramik
Breslau – Ausflug in die niederschlesische Kleinstadt Bunzlau (Bolesławiec). Wir hören vom Barock-Dichter Martin Opitz, der hier geboren wurde und als Begründer der Schlesischen Dichterschule gilt. Außerdem sehen wir die hübsche, blaugepunktete Bunzlauer Keramik – gute Gelegenheit zum Souvenir-Einkauf! Wieder zurück in Görlitz schließt sich der Kreis.

7. Tag: Heimreise
Görlitz – über Nürnberg – Heilbronn erreichen wir Karlsruhe (ca. 19.00 Uhr) und Mannheim (ca. 20.00 Uhr).

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