Grenzen überschreiten wir auf dieser Literaturreise jeden Tag: Das Dreiländereck, wo man deutsch und sorbisch, tschechisch und polnisch spricht, lädt ein zum Schauen und Lesen. Denn das mittelalterliche Bautzen, das einzigartige Görlitz mit seinen Renaissance-, Barock- und Jugendstil-Bauten, Fürst Pücklers Landschaftspark und das Riesengebirge sind nicht nur optisch ein Genuss. Wir spüren dem reichen literarischen Erbe nach, vom Mythos Rübezahl bis zu den sorbischen Autoren von heute.
 
– Unverbindlich reservieren
– Zurück zur Übersicht »Studienreisen« bzw. zur Startseite
____________________________________________________________________
Di 8.10.-So 13.10.2019 (6-tägig)
Preis im DZ: 895 Euro / im EZ: 1.055 Euro (inkl. Bus, Hotel u. Frühstück / HP: 100 Euro)
Veranstalter: Hirschreisen Karlsruhe

Di 09.06.-So 14.06.2020 (6-tägig)
Preis auf Anfrage (inkl. Bus, Hotel u. Frühstück)
Veranstalter: Kolping-Bildungswerk Paderborn

Di 06.10.- So 11.10.2020 (6-tägig)
Preis auf Anfrage (inkl. Bus, Hotel u. Frühstück / HP: 100 Euro)
Veranstalter: Hirschreisen Karlsruhe
____________________________________________________________________

Programmübersicht:

1. Tag: Görlitz´ prachtvolle Altstadt
Auf der Anreise führt der Reiseleiter in Geschichte und Literatur der deutsch-slawischen Regionen Lausitz und Schlesien ein. Abends erreichen wir die westschlesische Stadt Görlitz. Manche meinen, die schönste Stadt Deutschlands – Sie auch? Der erste Eindruck zeigt: Die Altstadt ist großartig erhalten und mustergültig restauriert: Rund 4000 Baudenkmäler aus sieben Jahrhunderten fügen sich zu einem „Bilderbuch der Baukunst“. Auch Filmemacher haben Görlitz „Görliwood“ als Kulisse entdeckt. Auf dem Nikolaifriedhof, einem der „schönsten Friedhöfe Deutschlands“, wie Ricarda Huch meinte, besuchen wir das Grab von Jakob Böhme, dem ersten deutschen Philosophen und Begründer der Theosophie.

2. Tag: Bautzen und die Sorben
Görlitz – Fahrt nach Bautzen (Budyšin), der ältesten Stadt der zweisprachigen Oberlausitz. Hier und in den umliegenden Dörfern lebt das kleine slawische Volk der Sorben; es pflegt uralte Bräuche und eine eigene Sprache. Der Rundgang durch die „Hauptstadt der Sorben“ führt zur Ortenburg, wo wir das Sorbische Museum besuchen. Passend dazu werden zum Mittagessen sorbische Spezialitäten aufgetischt (fakultativ). Dass die sorbische Literatur höchst lebendig ist, erfahren wir am Nachmittag bei unserer Begegnung mit der sorbischen Autorin Roza Domascyna in der Domowina, der weltweit einzigen sorbischen Verlagsbuchhandlung. Beim Abstecher zur Gedenkstätte Bautzen II, dem berüchtigten „Stasi-Knast“, hören wir von Walter Kempowski, Walter Janka u. a., die hier zu DDR-Zeiten interniert waren.

3. Tag: Deutsch-Polnische Impressionen
Görlitz – dass Görlitz-Zgorzelec eine deutsch-polnische Doppelstadt ist, entdecken wir beim heutigen Rundgang, der an der Neiße beginnt. Über die wiedererrichtete Altstadt-Brücke kommen wir auf die polnische Seite. Dann weiter zum Untermarkt, der guten Stube der Stadt, mit prächtigen Renaissancebauten und den typischen Hallenhäusern der Barockzeit. Nach einer Kaffeepause wandeln wir im Gründerzeit- und Jugendstil-Viertel auf den Spuren von Jakob Böhme und Johann Wolfgang von Goethe, Ernst Moritz Arndt und Arno Schmidt. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Besuchen Sie das Schlesische Museum oder erkunden Sie Görlitz auf eigene Faust.

4. Tag: Niederschlesien und das Riesengebirge
Görlitz – Ausflug ins Riesengebirge an der Grenze zu Tschechien. Wir genießen das Panorama der rauen Gebirgskämme und hören Geschichten vom launischen Berggeist Rübezahl – aufgeschrieben von Carl Hauptmann. Erste Station ist Jelenia Góra (Hirschberg). Die traditionsreiche Handelsstadt wurde im Zweiten Weltkrieg kaum zerstört. Schmuckstück ist der Ring mit seinen barocken Bürgerhäusern und Laubengängen. Hierher stammte der expressionistische Lyriker Georg Heym. Danach geht’s geradewegs ins Paradies! „Schlesisches Elysium“ wird das Hirschberger Tal mit seinen Schlössern und Herrenhäusern genannt. Im 19. Jh. zog es den preußischen Adel hierher; Grafen und Generäle errichteten Sommerresidenzen wie das von der Familie von Küster restaurierte Schlossgut Łomnica (Lomnitz), das wir auch von innen anschauen. Spaziergang durch den Park mit Kräutergarten und Hofladen und Mittagessen im Schlossrestaurant (fakultativ). An den Dichter Stefan Andres, der mit einer Lomnitzer Jüdin verheiratet war, erinnert ein Denkmal. Weiterfahrt mit Blick auf die majestätische Schneekoppe. Genau über den Gipfel verläuft die Grenze nach Polen. In JagniÄtków (Agnetendorf) besuchen wir Haus Wiesenstein, die romantisch gelegene Villa des Literaturnobelpreisträgers Gerhart Hauptmann, der hier bis zu seinem Tod 1946 wirkte.

5. Tag: In der Oberlausitz
Görlitz – Fahrt durch das Neißeland über die Herrnhuter-Siedlung Niesky nach Bad Muskau (Mužakow). Grenzüberschreitender Spaziergang durch den Muskauer Park, den größten Landschaftspark Deutschlands bzw. Polens beidseits der Neiße (UNESCO-Welterbe). Inspiriert von englischer Gartenkunst schuf der exzentrische Fürst Hermann von Pückler-Muskau zu Beginn des 19. Jhs hier sein Lebenswerk. Das Schlossmuseum führt unterhaltsam in die schillernde Persönlichkeit des Dichters, Lebemanns und Landschaftsgärtners ein. Eine Kostprobe vom berühmten Fürst-Pückler-Eis und ein Gläschen Fürst-Pückler-Sekt dürfen nicht fehlen (fakultativ)! Nachmittags geht es durch die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft in die idyllische Kleinstadt Kamenz (Kamjenc). Beim Rundgang hören wir von den berühmten Söhnen der Stadt: dem Maler Georg Baselitz und dem Dichter Gotthold Ephraim Lessing. Wir sehen die Gräber der Familie Lessing und besuchen das Lessing-Museum.

6. Tag: Rückreise

– Unverbindlich reservieren
– Zurück zur Übersicht »Studienreisen« bzw. zur Startseite