Der Erste Weltkrieg gilt als »Urkatastrophe Europas«. Als militärischer und zugleich ideologischer Kriegsschauplatz war das ehemalige »Reichssland Elsass-Lothringen« vom ersten Kriegstag an in besonderer Weise betroffen. Im Rahmen unserer historisch-literarischen Spurensuche erkunden wir Original-Schauplätze in beiden Grenzregionen, lernen deutsche wie französische Schicksale kennen und erfahren, wie sich Künstler und Schriftsteller mit diesen Jahren des Schreckens auseinandergesetzt haben. Feste Schuhe erforderlich!

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Do 23.04.- So 26.04.2020 (4-tägig)
Preis im DZ: 595 Euro (inkl. Bus, Hotel u. Frühstück)
Veranstalter: Hirschreisen Karlsruhe
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Programmübersicht:

Der Erste Weltkrieg gilt als „Urkatastrophe Europas“. Als militärischer und zugleich ideologischer Kriegsschauplatz war das ehemalige „Reichsland Elsass-Lothringen“ vom ersten Kriegstag an besonders betroffen. Auf unserer historisch-literarischen Spurensuche an den Originalschauplätzen beider Teilregionen lernen wir deutsche und französische Einzelschicksale kennen und erfahren, wie sich Künstler und Schriftsteller mit diesen Jahren des Schreckens auseinandergesetzt haben.

1. Tag: In den Vogesen
Der erste Tag ist dem Niederelsass gewidmet. Unser erstes Ziel, das Vogesenstädtchen Saverne, war Schauplatz der so genannten „Zaberner Affäre“ von 1913/14, die am Vorabend des Großen Krieges die Atmosphäre im „Reichsland“ nachhaltig vergiftete. Neben den Hintergründen dieser Ereignisse werden beim Rundgang auch zwei überzeugte Europäer vorgestellt, die Saverne eng verbunden waren: René Schickele und Louise Weiss. Während des Krieges bemühten sie sich von der Schweiz bzw. von Paris aus um eine Verständigung zwischen den verfeindeten Mächten. Nach der Mittagspause besichtigen wir die ehemalige „Feste Kaiser Wilhelm“ in Mutzig. Sie galt als größtes und modernstes militärisches Bauwerk des Kaiserreiches, auch wenn sie im Krieg kaum eine Rolle spielen sollte. Anschließend Weiterfahrt nach Andlau.

2. Tag: In Lothringen
Andlau
 – neben dem Ober- und Unterelsass gehörte auch das nordöstliche Lothringen seit 1871 zum deutschen „Reichsland“. Wir besichtigen zunächst den Soldatenfriedhof von Sarrebourg, der für Kriegsgefangene angelegt wurde. Außerdem sehen wir das Kreuz von Saarburg, das an die erbitterte „Schlacht von Lothringen“ erinnert. Sie fand im August 1914 statt und wurde u.a. von den beiden Lyrikern Alfred Lichtenstein und Ernst Stadler beschrieben. In der Franziskanerkapelle sehen wir, wie der Künstler Marc Chagall das Thema bearbeitet hat: Das monumentale „Friedensfenster“ zählt zu seinen Hauptwerken und appelliert an Menschen aller Nationen und Religionen, stets den Weg des Friedens zu wählen. Nachmittags besuchen wir die Reste des einstigen deutsch-französichen Grenzbahnhofs von Avricourt und einen weiteren Soldatenfriedhof.

3. Tag: Einsatz für den Frieden
Andlau 
– heute fahren wir ins Oberelsass, zum Hartmannsweilerkopf. Die Stellungen und Schützengräben sind noch heute sichtbar, ein 2017 eingeweihtes Museum dokumentiert die Ereignisse. Es wurde gemeinsam von deutschen und französischen Historikern als Gedenk- und Begegnungsstätte konzipiert und rückt die menschliche Dimension in den Mittelpunkt. Nachmittags fahren wir über die im Ersten Weltkrieg angelegte Vogesenhochstraße ins Münstertal und besuchen in Gunsbach das Albert-Schweitzer-Haus. Der berühmte „Urwalddoktor“, Philosoph und Friedensnobelpreisträger wuchs hier im alten Pfarrhaus auf und fand während des Ersten Weltkrieges zum Kernsatz seiner Ethik: „Ehrfurcht vor dem Leben“.

4. Tag: Stadt zwischen den Fronten
Andlau
 – der letzte Tag ist Straßburg gewidmet, einst Landeshauptstadt von Elsass-Lothringen. Die Stadt, die nach dem Zweiten Weltkrieg zum Dreh- und Angelpunkt Europas wurde, war Jahrhundertelang Schnittpunkt der Völker und Spielball der Nationen, die sich am Rhein gegenüberstanden. Im Ortsteil Cronenbourg besuchen wir den deutsch-französischen Soldatenfriedhof, der gemeinsam von den Gräberdiensten beider Länder betreut wird. Beim Rundgang durch die Straßburger Altstadt hören wir vom Alltag der Elsässer an der „Heimatfront“, sehen Schauplätze der Revolution von 1918 und erfahren, wie der Komponist Hans Pfitzner und der Schriftsteller Alfred Döblin die Ereignisse erlebt und künstlerisch verarbeitet haben. Im modern gestalteten Historischen Museum der Stadt, wo es auch eine Abteilung zum Ersten Weltkrieg gibt, klingt die Reise aus. Dann kehren wir über Kehl und die Autobahn Offenburg – Baden-Baden zurück.

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