1714 beendete der Friede von Rastatt eine hundertjährige Kriegsperiode in der deutsch-französischen Geschichte. Auch das literarische Leben beiderseits des Rheins blühte wieder auf, und doch sind die Autoren jener »Schwellenzeit« zwischen Spätbarock und Frühaufklärung heute weitgehend vergessen. Der Vortrag lässt sie wieder lebendig werden und stellt ihre wichtigsten Werke vor. Leibnitz, Thomasius, Brockes und Johann Christian Günther kommen dabei ebenso zu Wort wie Fénelon, Lesage, Marivaux und der noch junge Voltaire. In teilweise engem Austausch arbeiteten sie mit ihren literarischen Mitteln am Wiederaufbau einer neuen, friedlicheren Weltordnung mit. Mehrsprachigkeit und Interdisziplinarität, Geschlechtergerechtigkeit und Freizügigkeit über Grenzen hinweg waren schon damals ihre Themen, die uns bekanntlich bis heute beschäftigen. Um dies zu veranschaulichen, lassen wir uns auf ein fiktives Gedankenspiel ein: Wie hätte ein deutsch-französisches Dichtertreffen damals ausgesehen, welche Visionen und Utopien einer europäischen Friedensordnung wären vorgetragen worden und welche (nicht nur) literarischen Konflikte wären zwischen den Vertretern unterschiedlicher Nationen, Religionen, Generationen und »Schulen« möglicherweise aufgetreten?

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Mi 11.11.2020 (19h-20h30): VHS Offenburg (Amand-Goegg-Str. 2-4)
Preis: 5 Euro
Veranstalter: VHS Offenburg
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