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Das literarische Straßburg – ein Überblick
Immer wieder hat die elsässische Metropole deutsch, französische und andere Schriftsteller in ihren Bann gezogen: vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Unter ihnen sind so bekannte Namen wie Sebastian Brant, Giacomo Casanova, Victor Hugo, Theodor Fontane, René Schickele, Alfred Döblin und natürlich Goethe. Der Spaziergang vermittelt einen Überblick über 1.000 Jahre Straßburger Literaturgeschichte. Sie erfahren hautnah, wo die großen Geister gewohnt und geschrieben, mit wem sie sich getroffen oder gestritten haben und wo ihre Werke gedruckt, gelesen und manchmal auch verbrannt wurden.

Das mittelalterliche Straßburg
Das Straßburger Münster ist ein Meisterwerk des europäischen Mittelalters. Im Anschluss an eine Führung durch das Bauwerk entdecken Sie den mittelalterlichen Stadtkern und erfahren, welches literarische Leben hier einst geherrscht hat: Der Bogen reicht von den Straßburger Eiden über den Dichter Gottfried von Straßburg und den Mystiker Johannes Tauler bis zum Erfinder des Buchdrucks Johannes Gutenberg.

Das humanistische Straßburg
Der Straßburger Münsterturm gilt als Wahrzeichen der Stadt. Er markiert zugleich die Wende vom Mittelalter zur Neuzeit, als die Stadt eine kulturelle Blüte erlebte. Einigen Vertretern jener Zeit werden Sie bei diesem Spaziergang begegnen: Sebastian Brant, Johann Fischart, Erasmus von Rotterdam und dem Mann, dem sie alle ihre Bekanntheit verdanken: Johannes Gutenberg.

Goethes Straßburg
1770 wurde Straßburg zum Dreh- und Angelpunkt einer literarischen Revolution, des »Sturm und Drangs«. Junge Dichter von beiden Seiten des Rheins wirkten daran mit, allen voran der Jurastudent Johann Wolfgang Goethe. Machen Sie eine Zeitreise in die elsässische Hauptstadt am Vorabend der Französischen Revolution. Entdecken sie das geistige Leben einer Grenzstadt, das von französischen Autoren (Voltaire, Rousseau, Beaumarchais) ebenso geprägt wurde wie von deutschen (Herder, Jung-Stilling, Lenz).

Französische Revolution in Straßburg
»Oh Freyheit! Silberton dem Ohre…« Klopstocks Jubelruf wurde in vielen Teilen Europas gehört und trug mit dazu bei, dass Straßburg ab 1789 zum Treff- und Sammelpunkt deutscher und französischer Revolutionäre wurde. Ein Rundgang führt an die damaligen Brennpunkte: zum Jakobinerclub, der Guillotine und dem „Tempel der Vernunft“. Auch bedeutende Akteure unterschiedlicher Lager werden vorgestellt: Bischof Rohan und Bürgermeister Dietrich, der Verleger Friedrich Cotta und der öffentliche Ankläger Eulogius Schneider sowie der rätselhafte Saint-Juste. Und natürlich werden auch zahlreiche Schriftsteller erwähnt, die die sich überstürzenden Ereignisse rezipierten und kommentierten…

Das romantische Straßburg
Die Romantik ist eine gesamteuropäische Literaturepoche, die in Deutschland ihren Anfang und in Frankreich ihren Abschluss fand. Beide Ausprägungen begegneten sich in Straßburg. Tauchen Sie ein in die (nicht immer romantische) Welt des 19. Jahrhunderts. Der Spaziergang führt durch die Innenstadt und das Gerberviertel (Petite France), auf den Spuren von Arnim, Brentano, Büchner und Heinrich Heine, aber auch denen ihrer französischen Kollegen Balzac, Nerval, Stendhal und Victor Hugo.

Büchner in Straßburg
Der deutsche Schriftsteller Georg Büchner verbrachte einen wichtigen Teil seines kurzen Lebens in Straßburg. Im Rahmen eines literarischen Spaziergangs werden die wichtigsten Schauplätze besucht und das schillernde, literarische Leben einer deutsch-französischen Grenzstadt im 19. Jahrhundert vorgestellt. Dabei kommen neben Büchner auch andere Zeitgenossen zu Wort: Arnim, Brentano, Heine und Ehrenfried Stöber, aber auch Balzac, Nerval, Stendhal und Victor Hugo.

Straßburg um 1900
Die zwischen 1871 und 1918 errichtete Straßburger Neustadt ist nur wenigen Touristen bekannt, zu Unrecht. Besichtigen Sie dieses Stück Preußen auf französischem Boden: seine protzigen Fassaden, seine verspielten Jugendstil-Villen, seine Universität und seinen Kaiserpalast. Anekdoten und Texte zeitgenössischer Autoren (Otto Flake, Ernst Stadler, René Schickele, Hans Arp) lassen die Belle Epoque wieder lebendig werden.

Erster Weltkrieg in Straßburg
Vor 100 Jahren taumelte Europa in die Katastrophe des Ersten Weltkriegs. Als Kriegsgrund und -schauplatz stand das Elsass von Anbeginn im Mittelpunkt. Der Rundgang startet am Bahnhof, wo im Sommer 1914 die Züge mit den jungen Rekruten verabschiedet wurden. Beim anschließenden Streifzug durch die Alt- und die Neustadt wird der entbehrungsreiche Kriegsalltag ebenso angesprochen wie die Revolution und die elsässische Räterepublik vom Herbst 1918. Ein Besuch des deutsch-französischen Soldatenfriedhofs von Cronenbourg, auf dem Deutsche und Franzosen gemeinsam bestattet sind, ergänzt den Tag.

Fluchtpunkt Straßburg
Im 16. und 17. Jahrhundert fanden Glaubensflüchtlinge aus Frankreich (Hugenotten) und der Schweiz (Wiedertäufer) Aufnahme in Straßburg. 1933 war die Stadt für viele Deutsche und 1938 für manche Österreicher erste Station auf ihrem Weg ins Exil. Nach 1962 fanden zahlreiche Flüchtlinge aus Algerien hier eine neue Heimat. Und auch heute noch mischen sich in der Europastadt die Sprachen und Kulturen der Welt. Ein Rundgang erschließt diese wechselvolle Geschichte und zeigt, welche literarischen Spuren sie hinterlassen hat.

Das europäische Straßburg
Nach 1945 wächst Straßburg eine doppelte Hauptstadtfunktion zu: für das Elsass, das um seine Identität ringt, und für Europa, das langsam und nicht immer schmerzfrei zusammenwächst. Entdecken Sie das europäische Viertel von Straßburg und erfahren Sie, wie die Schriftsteller des Kontinents den Prozess der europäischen Einigung angestoßen und bis heute kritisch begleitet haben.

Das jüdische Straßburg
Die jüdische Gemeinde von Straßburg zählt zu den ältesten und bedeutendsten Europas. Der Streifzug führt an Orte einer 1000-jährigen Geschichte: in die mittelalterliche Judengasse mit ihrer wieder entdeckten Mikwe, vorbei am Ort der 1940 von badischen Hitlerjungen in Brand gesteckten Synagoge und schließlich ins jüdische Viertel der Gegenwart, rund um die Friedensynagoge. Texte jüdischer Autoren – von Heinrich Heine über Claude Vigée bis zu Barbara Honigmann – dienen als Leitfaden.