»Grenzland, Zankapfel, Kriegsursache« nannte Joseph Roth jene Region zwischen Maas und Mosel, die im Lauf der Geschichte immer wieder zwischen Deutschland und Frankreich hin- und hergerissen, manchmal auch zerrissen wurde. Doch Lothringen ist auch eine faszinierende, facettenreiche und bisweilen eigenwillige Literatur-Region, die aus der deutschen wie französischen Geistesgeschichte nicht wegzudenken ist. Machen wir eine Literaturreise in dieses europäische Kernland. Texte, Anekdoten und Besichtigungen lassen die Schicksale berühmter Künstler und Schriftsteller auf originelle Weise lebendig werden.

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Mi 13.05.- Di 19.05.2020 (7 Tage) (8-tägig)
Preis im DZ: 1.175 Euro / im EZ: 1.425 Euro (inkl. Bus, Hotel u. Frühstück, Schiffs- u. Gondelfahrt, Weinprobe, 2 Abendessen, HP: 150 Euro)
Veranstalter: Hirschreisen Karlsruhe

Mo 19.10.- Mo 26.10.2020 (8-tägig)
Preis auf Anfrage (inkl. Bus, Hotel u. Frühstück, Schiffs- u. Gondelfahrt, Weinprobe, 2 Abendessen, HP: 150 Euro)
Veranstalter: Hirschreisen Karlsruhe
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1. Tag: Auftakt in Phalsbourg
Nach abwechslungsreicher Fahrt durch die Vogesen führt uns unser Reiseleiter auf den Spuren von Goethe und Maupassant durch die einstige Festungsstadt Phalsbourg. Über Lixheim mit seinen schönen Renaissance-Fassaden geht es nach Postroff. Hierher war Goethes ehemalige Verlobte, Lili Schönemann, mit Ehemann und Kindern vor der Revolution geflüchtet. Den ersten Tag beschließt das Renaissanceschloss von Fénétrange, wo wir dem Barock-Schriftsteller Johann Moscherosch sowie seinen neuzeitlichen Kollegen Maurice Barrès und Ludwig Harig begegnen. Weiterfahrt nach Metz.

2. Tag: Schriftsteller in Metz
Metz – mittelalterliche Häuser aus honiggelbem Jaumont-Kalkstein prägen die Altstadt. Reste der Stadtbefestigung und Bauwerke der wilhelminischen Epoche zeugen von spannungsreicher Geschichte. Größter Schatz der Kathedrale St-Etienne sind die Fenster, gestaltet von berühmten Künstlern aus allen Epochen. Beim literarischen Spaziergang erinnert unser Reiseleiter an Rabelais, Bossuet, Casanova und Yvan Goll. Nach der Mittagspause fahren wir nach Gravelotte und hören von Fontane, Zola und René Schickele. In Scy-Chazelles besuchen wir Wohnhaus und Grab des deutsch-französischen Staatsmanns Robert Schumann, einem der „Väter Europas“.

3. Tag: Verdun und „La Grande Guerre“
Metz – Ausflug in die alte Bischofsstadt Verdun, schon zur Karolingerzeit Sitz eines bedeutenden Bistums und ab dem 16. Jh. zur Festung ausgebaut. Goethe und Chateaubriand erlebten hier den Ersten Koalitionskrieg, viele weitere Schriftsteller die Grauen des 1. Weltkriegs. Wir besichtigen die Altstadt und die Maashöhen, wo während des Ersten Weltkrieges mehr als 700.000 Soldaten ihr Leben ließen. Die Spuren der ebenso grausamen wie sinnlosen Materialschlacht von 1916 prägen bis heute die Landschaft. In den Texten von Autoren wie Kurt Tucholsky und Arnold Zweig, Jean Giono und Maurice Genevoix lebt die Erinnerung daran weiter. Nachmittags besuchen wir die alte Klosterstadt St-Mihiel mit Führung durch die Barockbibliothek.

4. Tag: Literatur und Wei n
Metz – morgens kommen wir zu Schloss Commercy, einst Residenz des schreibenden Cardinal de Retz und des lothringischen Herzogs Stanislaus Leszczyński. Ein kleiner Rundgang erinnert an Voltaire, Aragon und Marcel Proust, der die berühmten „Madeleines“ aus Commercy – ein muschelförmiges Gebäck – in seiner „Suche nach der verlorenen Zeit“ literarisch verewigt hat. Weiterfahrt nach Bar-le-Duc und Mittagspause. Es folgt ein literarischer Streifzug durch die Oberstadt, einem Kleinod der Renaissance. Weiterfahrt ins Weinbaugebiet der Côtes de Toul„. In einer Kellerei genießen wir ausgewählte Weine.

5. Tag: Barockes Lebensgefühl
Metz – Fahrt nach Nancy, einst neu gestaltet vom gestürzten Polenkönig Stanislaus Leszczyński. Die Place Stanislas gilt als einer der schönsten Plätze in Europa. Gesäumt von Triumphbogen, Barockpalais, goldenen Toren und Brunnen ist sie idealer Ausgangspunkt für einen Stadtspaziergang. Dabei treffen wir auf den überzeugten Europäer Victor Hugo und den glühenden Nationalisten Maurice Barrès. Nach der Mittagspause fahren wir zur Wallfahrtskirche von St-Nicolas-du-Port und sehen in Lunéville die einstige Sommerresidenz der lothringischen Herzöge (Außenbes.). Das prachtvolle Barockschloss, in dem Voltaire regelmäßiger Gast war, wird seit einem Brand 2003 vorbildlich saniert.

6. Tag: Lothringens heilige Stätten
Metz – in Domrémy-la-Pucelle besuchen wir das Geburtshaus von Jeanne d’Arc. Der Nationalheiligen Frankreichs wurde im „Bois Chenu“, wo sie einst die Stimmen der Heiligen hörte, eine Wallfahrtskirche errichtet. Quer durch alle Epochen hat sie Dichter inspiriert: von Shakespeare über Voltaire und Friedrich Schiller bis zu George Bernard Shaw und Bertolt Brecht. Mittagspause in der Pilgergaststätte. Am Nachmittag fahren wir auf die Colline de Sion-Vaudémont, schon in keltischer Zeit der „heilige Berg“ Lothringens, mit lohnender Aussicht über das Lothringer Plateau. Unser Reiseleiter zeigt uns die Burgruine von Vaudémont und die Wallfahrtskirche von Sion.

7. Tag: Durch die Vogesen
Metz – über die Kristallstadt Baccarat, wo Sartre während der Besetzung in Gefangenschaft war, fahren wir zum Grab Alfred Döblins in Housseras und weiter nach Senones, einst Zufluchts- und Studienort Voltaires. Nach der Mittagspause geht es durch das schöne Breuschtal, in dem einst der Dichter Jakob Lenz bei Pastor Oberlin Zuflucht fand. Über Kehl kehren wir zurück nach Deutschland.

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