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Als erfahrener Dozent in der Erwachsenenbildung gestalte ich literarische Matineen, Vortragsabende und Seminare. Die Vorträge dauern jeweils ca. 2 Stunden und lassen sich beliebig ausbauen bzw. kombinieren. Auf Anfrage helfe ich gern bei der Suche nach geeigneten Seminarräumen. Preis pro Einzelvortrag: ca. 250 € zzgl. UST und Nebenkosten. Weitere Themen auf Anfrage. Kontakt unter: info@litera-tours.de

Elsässische Literaturgeschichte(n)
Im Laufe seiner Geschichte begegneten sich im Elsass unterschiedlichste Literaturen: lateinische und altfränkische, deutsche und französische, elsässische und jiddische Texte zeugen davon. Die Vortragsreihe stellt auf unterhaltsame und verständliche Weise Autoren aus zwei Jahrtausenden vor. Auch als mehrtägiges Kompaktseminar buchbar.

Klosterbrüder und Minnesänger – Elsässische Literatur im Mittelalter
Geistliche Dichtung, Heldenepen, Minnelieder… Die ganze Vielfalt des europäischen Mittelalters spiegelt sich in der überaus reichen Literatur des Elsass. Die Zeitreise beginnt im 9. Jahrhundert, als Otfried von Weißenburg die Evangelien ins Althochdeutsche übersetzte. Vertreter der mittellateinischen Literatur kommen ebenso zu Wort wie höfische Minne-Sänger  und spätmittelalterliche Mystiker. Mit der beim Volk beliebten Vagantenlyrik klingt das Mittelalter fröhlich aus.

Das Elsass zwischen Humanismus und Aufklärung
Der elsässische Humanismus gilt als Sternstunde des europäischen Geistes: In Straßburg wurde der Buchdruck erfunden, in Schlettstadt entstand eine der bedeutendsten Bibliotheken ihrer Zeit, und im nahen Saint-Dié gewann ein neues Weltbild Form und Farbe. Der 30-jährige Krieg setzte dem ein Ende, wortgewaltig dokumentiert in den Romanen der Barockdichter Grimmelshausen und Moscherosch. Doch aus der verbrannten Erde keimte schon bald wieder eine neue Literatur, diesmal auch in französischer Sprache…

Sturm und Drang am Oberrhein – eine literarische Revolution
Um 1770 wurde die Universität Straßburg zum Dreh- und Angelpunkt einer literarischen Revolution, die der politischen von 1789 um nur wenige Jahre vorausging. Junge Dichter von beiden Seiten des Rheins wirkten daran mit: die Deutschen Herder, Jung-Stilling, Lenz und Goethe, aber auch die Elsässer Lersé, Wagner und Friedrich Saltzmann. Doch auch andere Orte gingen in die Literaturgeschichte ein: der Pfarrhof von Sessenheim, wo Goethe und Lenz sich in Friederike Brion verliebten, das Schlosser-Haus in Emmendingen, das Cornelia Goethe zu einem Dichtertreff machte, und die Residenzstadt Mannheim, wo mit der Uraufführung von Schillers »Räubern» der Sturm und Drang seinen Höhe- und Schlusspunkt fand.
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Romantik an Rhein und Mosel – Literatur im Elsass des 19. Jahrhunderts
Die Romantik ist eine gesamteuropäische Literaturepoche, die in Deutschland ihren Anfang und in Frankreich ihren Abschluss fand. Beide Ausprägungen begegnen sich im Elsass und in Lothringen, wo sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Arnim, Brentano, Uhland und Georg Büchner aufhielten, aber auch deren französische Kollegen Nerval, Dumas, Mérimée und Victor Hugo. Doch die Zeit war alles andere als romantisch…

Die Reichslandzeit in der Literatur – Elsass-Lothringen 1871-1914
Es begann mit einem literarischen »Sängerkrieg« (1840/41) und endete in einem blutigen Bruderkrieg (1870/71). Am Ende standen die Annexion des Elsass und eines Teils von Lothringen an das Deutsche Reich und die Auswanderung eines Teils seiner Bevölkerung nach Frankreich. Doch auf den einstigen Schlachtfeldern erwuchs eine neue Generation kritischer und oft mehrsprachiger Autoren: Elsässer (Schickele, Arp, Marie Hart), Lothringer (Goll, de Guaïta, Adrienne Thomas) und Deutsche (Flake, Stadler, Wendel). Leider zerplatzte ihr Traum eines »geistigen Elsass«  im Herzen eines vereinten Europas im Sommer 1914…

Literaten in Elsass-Lothringen 1914-18
»Die ganze Welt ist ein Elsass-Lothringen«: Mit diesen Worten charakterisierte der Schriftsteller Maurice Barrès die militärische und ideologische Bedeutung der beiden Grenzländer im Ersten Weltkrieg. Im Rahmen dieses Vortrags werden verschiedene Schauplätze und Einzelschicksale deutscher wie französischer Autoren vorgestellt, die die Ereignisse als Zeitzeugen miterlebt und sich damit literarisch auseinandergesetzt haben. Bild- und Tonbeispiele ergänzen die Veranstaltung.

Zwischen Krieg und Frieden – das literarische Elsass im 20. Jahrhundert
Nach dem Ersten Weltkrieg kehrte das Elsass zurück zu Frankreich und wurde damit auch zu einem Ort französischer Literatur (nicht zuletzt für die junge Generation der Surrealisten). 1933 war die Region für viele deutsche und 1938 für manche österreichische Autoren erste Station auf ihrem Weg ins Exil. Seit 1945 mischen sich in dem Grenzland die Sprachen und Literaturen der Welt, ein Prozess, den Schriftsteller aus unterschiedlichen Ländern mitgestalten und kritisch begleiten.