
Kaum eine Region Europas hat so viele Schriftsteller, Künstler und Intellektuelle angezogen wie die Côte d’Azur. Zwischen Nizza, Cannes und Menton folgen wir den Spuren von Nietzsche, Cocteau, den Manns, Maupassant und vielen anderen, die hier Inspiration fanden. Zugleich begegnen wir bedeutenden Werken von Chagall, Picasso, Renoir und Léger. Die Reise führt zu Orten, an denen große Ideen entstanden, berühmte Werke geschaffen wurden und bewegende Lebensgeschichten ihren Anfang oder ihr Ende nahmen.
1. Tag: Durch die Schweiz nach Süden
Mannheim 5.00 Uhr - Karlsruhe Hbf 6.10 Uhr - Autobahn Basel -
Luzern - Gotthard - Lugano - Mailand - Savona - Nizza. Schon
bei der Anreise erfahren wir viel über die Geschichte unserer
Zielregion und über die Künstler, die sie berühmt gemacht
haben. Wir beziehen unser zentral gelegenes Hotel und nehmen
das Abendessen (falls gebucht) in einem nahegelegenen
Restaurant ein.
2. TAG: Treffpunkt der Literaten
Nizza - heute erkunden wir die Stadt in der Engelsbucht.
Zahlreiche Autoren fanden hier Stoff für ihre Werke und prägten
das kulturelle Leben der Stadt. Wir durchstreifen die Altstadt
und erfahren, wo Nietzsche einst wohnte, Heinrich Mann
heiratete, Matisse malte und Jules Romains schrieb. Nach der
Mittagspause schlendern wir über den berühmten Boulevard des
Anglais und erkunden die französisch geprägte Neustadt mit
ihren weitläufigen Plätzen und eleganten Künstlercafés. Dort
sehen wir auch die anglikanische und die russische Kirche,
hören von den Nizza-Aufenthalten Gogols und Tschechovs und
erfahren, wo Erika und Klaus Mann sowie ihr Onkel Heinrich
wohnten.
3. TAG: Auf den Spuren großer Dichter
Nizza - Ausflug über Antibes in die Nachbarstadt Cannes, nicht
nur Bühne für Filmstars, sondern auch Rückzugsort und
Inspirationsquelle zahlreicher Schriftsteller. Ein Rundgang
führt vom Hafen und dem mondänen Filmpalast hinauf in die
verwinkelte Altstadt. Anders als in der Multikulti-Stadt Nizza
stehen hier französische Dichter im Vordergrund: Mérimée und
Maupassant, Victor Hugo und Alexandre Dumas, Jean Cocteau und
Marcel Pagnol. Aber wir sehen auch, wo Klaus Mann seinem Leben
ein Ende setzte und wo er seine letzte Ruhestätte fand. Eine
Panoramafahrt entlang der atemberaubenden Küste des
Estérel-Gebirges beschließt diesen Tag.
4. Tag: Menton und Jean Cocteaus
Vermächtnis
Nizza - Fahrt nach Menton. Die Partnerstadt von Baden-Baden an
der Grenze zu Italien wirkt mit ihren pastellfarbenen Fassaden
schon ganz italienisch! Im Jean-Cocteau-Museum in der Bastion
aus dem 17. Jh. bekommen wir einen interessanten Einblick in
das Schaffen des genialen Künstlers, der das Museum zu
Lebzeiten selbst entworfen und mit Mosaiken, Gemälden und
Keramiken eingerichtet hat. Nach der Mittagspause besichtigen
wir im Rathaus von Menton den von Jean Cocteau gestalteten
Hochzeitssaal und schlendern durch die Biovés-Gärten.
Anschließend geht es über die Küstenstraße und vorbei an
Monaco, dem zweitkleinsten Staat der Erde, zurück nach Nizza.
5. Tag: Zwischen Malerei und Poesie
Nizza - im nahen Cagnes-sur-Mer besuchen wir das Renoir-Museum.
In dem in einem Olivenhain gelegenen Anwesen verbrachte der
große Impressionist Pierre-Auguste Renoir seine letzten
Lebensjahre. Trotz seiner Arthritis malte er unaufhörlich, im
Rollstuhl sitzend, den Pinsel an der Hand festgebunden, und
hinterließ eine Fülle von Landschaftsbildern, Porträts,
Stillleben und Aktbildern. Weiter geht es in das malerische
Bergdorf St- Paul-de-Vence. Beim Rundgang zeigt uns unser
Reiseleiter das Grab von Marc Chagall, das Haus von Prévert und
die von dem belgischen Künstler Jean-Michel Folon geschaffene
Künstlerkapelle, ein Gesamtkunstwerk aus Farben, Licht und
Klängen. Zum Abschluss besuchen wir das Künstler-Städtchen
Vence, wo Künstler wie Matisse und Chagall gewirkt haben.
Letzterer schmückte die Taufkapelle der Kathedrale (der
kleinsten Frankreichs!) mit einem faszinierenden Mosaik.
6. TAG: Künstler, Exilanten und Visionäre
Nizza - Fahrt nach Antibes. In der mittelalterlichen Hafenstadt
mit griechischen Wurzeln erkunden wir zunächst den Hafen, der
von einer mächtigen Zitadelle dominiert wird. Wir hören von dem
deutschen Dramatiker Walter Hasenclever, der 1939 hier
interniert war, und von dem baltischen Maler Nicolas de Stael,
der sich hier 1955 das Leben nahm. Durch die verwinkelten
Gassen der Altstadt geht es anschließend zum bunten
Wochenmarkt, einem der schönsten der Provence. Ein Abstecher in
die ehemalige Kathedrale darf auch nicht fehlen. Höhepunkt des
Vormittags ist ein Besuch des Picasso-Museums im einstigen
Grimaldi-Schloss. 1946 lebte und arbeitete Picasso hier zwei
Monate lang und hinterließ zahlreiche Bilder, Zeichnungen und
Keramiken, die den Grundstock des Museums bilden. Nach der
Mittagspause besuchen wir das Musée Fernand Léger in Biot, das
uns den Werdegang des vielseitigen Künstlers vor Augen führt -
von seinen frühen kubistischen Bildern bis zu
knallbunten Großmosaiken.
7. TAG: Altes Testament in Farben
Nizza - heute statten wir dem Musée Chagall einen Besuch ab.
Wir bewundern den großformatigen Bilderzyklus zum Thema der
„Biblischen Botschaft“. Sie war für Chagall weit mehr als ein
künstlerisches Projekt: In den farbengewaltigen Bildern suchte
er nach einer Bildsprache, die über kulturelle und religiöse
Grenzen hinweg verständlich ist. Der Nachmittag ist frei.
Besuchen Sie den Stadtpark Promenade Paillon mit Wasserspiegeln
und Fontänen oder genießen Sie Zeit in einem der vielen netten
Cafés.
8. TAG: Au revoir, Côte d’Azur!
Nizza - Autobahn Genua - durch die Po-Ebene über Mailand - Chiasso - Gotthard - Luzern - Basel - Karlsruhe (ca 20.30 Uhr) und Mannheim (ca. 21.30 Uhr).